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Artikel-Schlagworte: „traurig“
So bald schon
Seit neun Jahren, seit ich sie kenne, will sie schon wegziehen, kaum dass sie hergezogen ist. Meine Freundin. Mein preußische Freundin. Die einzige Person, mit der ich hier hochdeutsch reden kann. Eine andere Freundin ist schon vor ein paar Jahren weggezogen.
Es ist ihr hier zu bergig, zu kalt, dann wieder zu warm, dann zu … Nein, es hat ihr hier nicht gefallen. Wie oft sprach sie davon, wegzuziehen, irgendwohin in Deutschland.
Und dann kam am Nachmittag dieser Anruf: „Im Mai sind wir weg.“
Wie weg? So schnell, so plötzlich, aus heiterem Himmel? In Bad Pyrmont, keine Ahnung wo das liegt, da lebt ihre Cousine und ab Mai auch sie mit ihrem Mann. Sie haben sogar schon eine Küche gekauft. Ich fasse es nicht. Ich glaube es kaum. Ihr Mann ist ein Bayer – der zieht nicht einfach in preußisches Gebiet!
Aber es ist wahr. Im Moment ist sie im Rheinland bei ihrer Tochter. Wenn sie zurückkommt, wird gepackt, das Haus hier wird verkauft. In ein paar Wochen ist sie weg.
Gut, dass es Telefon gibt. Hoffentlich hat sie dort auch gescheites Internet. Aber traurig bin ich. Sehr, sehr traurig … Da ist er wieder, der rote Faden, der sich durch mein Leben zieht …
Schwer verdaulich
Heute hat meine Schwiegermutter Geburtstag.
Zu meinen Schwiegereltern habe ich auch sechsundzwanzig Jahre nach dem Tod meines Mannes immer einen guten Kontakt gehabt. Auch wenn wir uns aufgrund der Entfernung nicht mehr regelmäßig sehen können, telefonieren wir immer noch an Geburts- und Feiertagen.
Mein Schwiegervater ist vor fast zehn Jahren gestorben. Kurz vorher habe ich ihn noch in Passau getroffen, bevor er mit meiner Schwiegermutter, meiner Schwägerin und ihrem Mann aufs Schiff ging, das die Donau hinab bis ans Schwarze Meer fuhr. Er hat das Schiff nicht mehr lebend verlassen.
Wenn ich an ihn denke, sehe ich ihn und die Familie noch hinter mir her winken, bevor ich nach einem wunderschönen gemeinsamen Abendessen wieder nach Hause fuhr.
Heute hat meine Schwiegermutter Geburtstag. Sie lebt in der Familie meiner jüngsten Schwägerin, mit der ich nichts Böses ahnend plaudere. Meine Schwiegermutter ist im Krankenhaus. Seit Monaten geht es ihr schlecht, das merkte ich schon an Weihnachten. Ihre Zeit läuft ab, das wissen wir alle.
Es macht mich sehr traurig. Während ich versuche am Telefon nicht zu heulen, erfahre ich, dass ein Bruder meines Schwiegervaters an Silvester gestorben ist und meine älteste Schwägerin kürzlich, mit erst achtundfünfzig Jahren.
Ein fröhliches Geburtstagsschwätzchen wollte ich halten. Aber jetzt muss ich die traurigen Nachrichten erst einmal verdauen.
Die kleine Kapelle im Wald
Diese Kapelle hat mein Vermieter für seine Tochter gebaut.
Sie starb 2008 mit nur sechzehn Jahren an ihrer Krankheit, die sie ihr ganzes kurzes Leben lang begleitete.

Herbstlaub – so geht’s auch
Es gibt Menschen, die, so wie ich auch, ihren Laubrechen schwingen und mehr oder weniger schwungvoll (es kommt darauf an, wie oft sie den Rechen schon geschwungen haben) ihr Grundstück vom munter herabfallenden Herbstlaub befreien.
Es gibt aber auch Menschen, die schneiden ihren erst wenige Jahre alten Bäumen die Äste ab. Ratzfatz bis an den Stamm zurück.
So gesehen heute auf dem Parkplatz eines Discounters. Da stehen jetzt nur noch Gerippe von Bäumen – so man sie denn noch Bäume nennen kann. Unglaublich sowas! Warum wurden überhaupt Bäume gepflanzt?
Für Schattenparker war der Parkplatz bisher schon ungeeignet. Ich bin gespannt wie das nächstes Jahr aussieht und ob aus den Gerippen noch einmal Blätter sprießen. Die armen Bäume!
Zu Besuch bei meinem Besuch
Ich hatte zwei Tage Besuch. Tante und Onkel hatten auf der Rückreise von ihrem Wochentrip einen Abstecher zu mir gemacht. Mit einem gemieteten Wohnmobil, sie wollten das mal ausprobieren, sind sie einmal längs durch Deutschland gefahren. Das finde ich bewundernswert, mit 76 und 69 Jahren solch eine Reise zu unternehmen.
Praktisch war es, dass sie ihr eigenes Bett dabei hatten. Ich musste nichts vorbereiten und sie gingen zum Schlafen ins Wohnmobil. Zum Waschen und zum Frühstück kamen sie dann wieder ins Haus. Sie hatten ihre eigenen Handtücher mit, machten das Waschbecken wieder sauber, brachten Brot, Marmelade, Wurst & Co. mit und ich brauchte mich um nichts zu kümmern. Zum Mittagessen gingen wir ins Gasthaus, Lebkuchen gab es dann am Nachmittag. Ich fühlte mich, als wenn ich zu Besuch bei meinem Besuch war. Und ich hatte fast nichts zum aufräumen. Nur einen Läufer muss ich waschen, weil ihr Hund den unbedingt markieren wollte.
Schön war es. Wir haben viel erzählt und viel gelacht. Zurück bleibe ich mit den Gedanken, dass es vielleicht das letzte Mal gewesen sein könnte. Irgendwann sind sie nicht mehr so rüstig, vergessen, werden kranker, schwächer … Blöde Gedanken, ich weiß. Trotzdem … alles ist endlich und das macht mich heute traurig.
Ein bissl traurig …
… bin ich immer, wenn ich Besuch hatte und der dann nach ein paar Tagen wieder wegfährt und mich zurück lässt. Obwohl ich wiederum froh bin, meinen gewohnten Rhythmus wieder zu finden und das Chaos im Haus weniger wird.
Traurig bin ich und die Tränen wollen über meine Wangen rollen. Unten im Wohnzimmer läuft der Fernseher, die Tiere schlafen und auch ich werde mich gleich in mein Bett verkrümeln. Morgen sieht die Welt dann wieder anders aus und ich habe große Wäsche.
Vor einer Stunde sind Mutti und Schwesterherz gefahren. Wenn sie gut durchkommen, sind sie in fünf bis fünfeinhalb Stunden zuhause. Fahrt vorsichtig!
PS. Heute wäre ich 29 Jahre verheiratet – oder auch nicht. Wer weiß das schon?
Ich schleiche so dahin
Das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Nicht nur internetmäßig schleichig – immer noch – bin ich äußerst schlecht gelaunt. Das bin ich ganz selten. Aber seit gestern bin ich gaaaaaaanz schlecht gelaunt.
Es kann doch nicht so schwer sein, eine Fritz!Box so einzurichten, dass ich ins Internet komme. Jetzt ist Wochenende und ich sitze hier, ärgere mich und fühle mich hilflos ausgeliefert. Ich habe keine Zugangsdaten, keine Installations-CD, kann selbst nichts machen und bin zum Warten verdonnert!
Nein, heute kann mich nichts mehr aufheitern! ![]()
Was ist der Unterschied zwischen einem 50-Seelenkaff in Grönland und einer 200-Seelengemeinde im Bayerischen Wald?
Die Grönländer haben schnelleren Internetzugang als einige Deutschländer!
Auch in Brasilien ist man flotter unterwegs. In Afrika auch. Nur in Deutschland schleicht man in vielen Gebieten so dahin.
Warum geht es woanders (dort, wo man es nicht vermuten mag) und hier nicht?
Tränen der Trauer – Tränen der Freude
Von mehreren Leuten habe ich in den letzten Tagen gehört, dass ihre Katzen ein bis zwei Wochen fort waren und dann plötzlich wieder vor ihrer Tür standen. Vielleicht kommt Paulchen auch bald wieder?
Im Tierheim wurde er nicht abgegeben. Gestern wurde er durch den Passauer Radiosender gesucht. Leider hat sich bisher niemand gemeldet. Das halbe Dorf weiß sicher schon Bescheid, aber heute habe ich zusätzlich an den Info-Glaskasten, der an einer Hauswand hängt, eine Suchmeldung mit Fotos geklebt.
Die gleiche Suchmeldung hängt im Fressnapf, im Kaufland und im Neukauf. Bei einem Tierarzt war ich auch und habe dort nachgefragt. Hätte ja sein können, dass jemand das verletzte Paulchen gefunden und zum Tierarzt gebracht hat. Dort wurde meine Suchmeldung auch ausgehängt.
An dem Tag sind mehrere Tiere verschwunden. Ob sie sich zusammengetan haben und eine dicke Sause machen?
Jetzt heißt es abwarten und hoffen.
Damit Ninja und mir die Wartezeit nicht zu lang wird, haben wir uns Gesellschaft besorgt. ![]()
Paulchen sollte ursprünglich auch nicht allein zu uns kommen. Später hatte ich mich allerdings nicht getraut, in ein funktionierendes Rudel eine neue Katze aufzunehmen.
Dieses Mal habe ich gleich zwei genommen. Wenn Paulchen zurückkommt, hat er zwei Spielgefährten. Ob er sich darüber freuen würde?
Darf ich vorstellen: Pauli & Pauline


PS. Die Entscheidung war gut. ![]()
Ich weiß nicht, ob es richtig ist
Manche Entscheidungen trifft man aus dem Bauch heraus. Richtig oder falsch? Ist die Frage so überhaupt richtig? Was ist richtig? Eine Entscheidung ist immer gleichzeitig für und gegen etwas. Was ist da richtig und was falsch?
Ich kann mich schlecht entscheiden. Wenn Bauchgefühl und Verstand streiten, stehe ich dazwischen. Soll ich darauf vertrauen, dass das Leben die richtige Entscheidung für mich trifft? Ist meine Entscheidung überhaupt meine ureigene Entscheidung?
Ein Zweifel bleibt. Richtig oder falsch? Das werde ich, wenn überhaupt, erst später erfahren.
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