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Artikel-Schlagworte: „Rauhnacht“
Heilige Drei Könige
Da gehen sie dahin, die Heiligen Drei Könige. Bei Wind und Wetter gehen sie, wie jedes Jahr, von Haus zu Haus und sammeln Geld.

Der letzte Feiertag für längere Zeit geht zu Ende. Endlich. Mit der Rauhnacht ist auch die (vorläufig) letzte Sammelaktion beendet.
Während die Waldkirchener Rauhnacht ihren Höhepunkt fand, waren gestern in einigen Dörfern die Rauhnudelsänger unterwegs. Kleine Gruppen ziehen durch die Straßen und Gassen. Sie haben ein altes und ein junges Brautpaar dabei. Das junge Brautpaar stellt den Frühling dar, dass tanzend den Winter (das alte Brautpaar) vertreibt. Die Tänzer und Sänger sammeln für einen guten Zweck und bekommen natürlich auch hie und da einen Schnaps zum Aufwärmen.
Rauhnacht in Waldkirchen
Die staade Zeit – die Rauhnächte. Wenn die Nächte lang sind, dann ziehen sie los: die Hexen und Druden, die Dämonen und Untoten, die Schratzln, die Hoabergoaß und der bluatige Thamerl in ihren dicken Fellen und schaurigen Holzmasken.
Sie kommen aus den dunklen Wäldern des Bayerischen Waldes, aus ihren Höhlen und Schluchten herausgekrochen. In diesen Tagen fallen sie in die Gasthöfe ein und erschrecken die Gäste mit ihrem unheimlichen Gesang, wenn sie ihre ‚Kropfa’ fordern. Sie ziehen durch die stillen, dunklen Gassen von Waldkirchen und wer sie nicht kennt, wird sich schnell angstschlotternd in den nächsten Hauseingang drücken. Begleitet werden sie von einem unglaublich lautem Gescheppere von riesigen Kuhglocken, die die Unterhöhenstettener Glöckler vor sich tragen. Auch in den Dörfern, selbst auf den entlegensten Höfen ist man nicht sicher. Von Haus zu Haus gehen sie und fordern ihre Rauhnudeln. Durch die Nacht schallt ihr:
„Kropfa raus, Kropfa raus, oder wir stechan enk a Loch ins Haus!“
Die letzte und schlimmste der Rauhnächte ist die Nacht zum Dreikönigstag.
Auf dem Waldkirchener Marktplatz wird dann ein Riesenspektakel veranstaltet, das die Zuschauer das Fürchten lehrt. Die rauen Gestalten ziehen über den Marktplatz und manch einer schreit hysterisch auf, wenn ihn eine Hexe an die Schulter gepackt hat oder eine Fratze ganz dicht vor seinem Gesicht auftaucht. Auch ein Knochen an einer Schnur baumelt schon mal vor den Augen des Zuschauers. Da darf man nicht zimperlich sein. Am Ende tanzen die unheimlichen Gestalten ums lodernde Feuer. Sie verbrennen mit wildem Geschreie und Glockengescheppere eine Strohpuppe, die am Galgen hängt, und mit ihr das Böse des vergangenen Jahres.
Schaurig schön, immer wieder. Wer das noch nicht erlebt hat, wird begeistert sein.
Am 5. Januar ist es wieder soweit. Das ist die letzte Nacht der Rauhnächte, die an dem Tag ab 20 Uhr auf dem Marktplatz von Waldkirchen ihren Höhepunkt findet.
Heute gab es wieder einen kleinen Vorgeschmack, sozusagen eine Minirauhnacht. Auch ich war unterwegs, um die heiteren Gesellen zu fotografieren. Natürlich waren zwischendurch die Batterien leer, der Blitz löste nicht immer aus, aber ich konnte doch eine Anzahl Fotos machen, bis mich der Eisregen wieder nach Hause trieb.
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