Vera

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Wetter bei mir
Bayerischer Wald
3. September 2010, 23:29
Überwiegend klar
Überwiegend klar
14°C
Gefühlte Temperatur: 9°C
Luftfeuchtigkeit: 82%
Wind: 7 km/h N
Böen: 7 km/h
Sonnenaufgang: 6:24
Sonnenuntergang: 19:44
Vorhersage 3. September 2010
Tag
Wolkig
Wolkig
16°C
Wind: 11 km/h NNO
Böen: 50 km/h
Nacht
Wolkig
Wolkig
6°C
Wind: 7 km/h NO
Böen: 29 km/h
Vorhersage 4. September 2010
Tag
Wolkig mit Regenschauern
Wolkig mit Regenschauern
14°C
Wind: 4 km/h NO
Böen: 14 km/h
 
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Artikel-Schlagworte: „nachdenklich“

Wer sich nicht traut …

… nimmt Verstärkung mit.
Bei mir war es mein Hund. Danke Ninja!
 

Sommerabend

Der Abend ist mild und ich sitze noch spät auf der Terrasse und schaue in den Garten. Paarungswillige Glühwürmchen fliegen durch die Nacht und leuchten wie tanzende Sterne, die ein Gastspiel auf der Erde geben. Eine Kirchturmuhr schlägt zehnmal, irgendwo fährt ein Auto und ein Flugzeug zieht in Reisehöhe über mich hinweg. Es ist ruhig und kein Windhauch flüstert mir ins Ohr.
Der Himmel ist noch recht hell, doch die Schrift auf meinem Schreibblock kann ich kaum sehen. Ich drehe eine letzte Runde durch meinen Garten. Die Luft riecht nach Heu und gedüngten Wiesen. Meine englischen Rosen betören durch ihren schweren Duft. Meine Gartenlaternen spenden ein weißes Licht und beleuchten die darunter wachsenden Blumen. Der frisch gemähte Rasen ist feucht – ein Zeichen dafür, dass das Wetter morgen so schön wird wie heute.

Hinter mir an der Hauswand raschelt es. Meine Katzen sind es nicht. Die streunen auf der großen Wiese herum auf der Jagd nach Mäusen und anderem Getier. Es kratzt und schubbert und ich weiß nicht, ob das eine Maus oder ein Igel ist. Oder ist es vielleicht eine Kröte, eine Eidechse, ein Wiesel oder gar eine Schlange?
Ich bin zu feige um nachzusehen. Muss ich wissen, was das ist? Lieber bleibe ich am Tisch sitzen, Kerzenschein erhellt mittlerweile ein wenig meinen Block und ich schreibe ein paar Zeilen.
Es raschelt wieder hinter mir. Wenn mir jetzt etwas über die Füße laufen sollte, schreie ich ganz laut. Da verstehe ich keinen Spaß. Wo sind nur meine samtpfotigen Jäger? Wenn man sie braucht, sind sie nicht da.
Aber jetzt geht Ninja in die Ecke und nimmt die Sache in die Pfote. Sie schnuppert am Blumenkübel und es raschelt lauter. Ob ich doch noch meine Taschenlampe hole? Nun quickt auch noch das Meerschweinchen der Nachbarn. Möglicherweise stromern dort meine Katzen herum, statt im heimischen Garten nächtliche Ungeheuer zu fangen.
Als hätte sie meine Gedanken gehört kommt Pauline nach Hause. Wenn ich denke, dass sie meine Rettung ist, habe ich mich getäuscht. Sie möchte ins Haus. Nachts schläft sie lieber im Hundekörbchen statt sich mit Artgenossen zu zanken.
Zeit für mich, mein Geschreibsel zu beenden. Einen Moment schaue ich noch den Glühwürmchen zu und frage mich, ob man Glühwürmchen fotografieren kann.
Endgültig packe ich meine Sachen zusammen und ziehe mich zur Nacht zurück. Gute Nacht Welt, bis morgen.

Viereinhalb Kilo Liebe

Sie kam im Tierpark auf mich zu und ließ sich kraulen. Dann sprang sie weit hinauf auf das Piratenschiff auf dem Kinderspielplatz, den ich überquerte.

Miezi

Wieder auf dem Hauptweg sprang sie an mir vorbei und ratzfatz auf einen Baum. Was für ein Leben für eine Katze, so frei und ungebunden hier herumstromern zu dürfen, dachte ich.
Die Katze gesellte sich zu mir und lief neben mir her.

Miezi
 
 
 

Sie lief vor meine Füße, wurde leider einmal von mir unabsichtlich getreten, und strich an meinem Bein vorbei.

Miezi3

Einmal vorbei und drumherum, um anschließend zwischen meinen Beinen wieder aufzutauchen.
Miezi
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Dieses Spiel ging eine ganze Weile. Immer um mich herum, vor meine Füße, mal rechts, mal links von mir.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Wir drehten gemeinsam eine Runde an den Greifvogelvolieren vorbei, begleitet vom Schreien der Schreiseeadler.
 
 
 
 
 
 
 

Ungefähr eine Viertelstunde hat sie mich begleitet. Als ich wieder zum Hauptweg hinauf ging, blieb sie zurück.
Gut, dachte ich. Was hätte ich gemacht, wenn sie bis zum Parkplatz mitgegangen wäre und sich vor mein Auto geschmissen hätte?

Schade, dachte ich, dass sie nicht doch mitgegangen ist. Ich hätte sie glatt mit nach Hause genommen.

Miezi

 
 
 
 
 

PS. Nein, hätte ich natürlich nicht. Aber wenn sie unbedingt gewollt hätte …

Kleines Glück

Zwei Tage vorher hatte ich in der Nacht, als ich auf meine Katzen wartend auf der Terrasse stand, eine Sternschnuppe fallen sehen. Schnell habe ich mir eine Menge gewünscht, bevor ich es wieder vergesse. Meist bin ich so begeistert von den Sternschnuppen, dass ich das Wünschen vollständig vergesse. Aber dieses Mal wollte ich sichergehen und ratztfatz habe ich drei Wünsche in den Himmel geschickt. Einer davon betrifft auch meine Mehr-als-Internet-Freundin. Wir werden sehen, ob sich dieser Wunsch, trotz meiner Hin-und-Wieder-Zweifel, erfüllt.
Und dann sah ich von meiner Gartenliege aus, in einem Meter Entfernung, dieses Kleeblatt. ‘Hat das vier Blätter?‘, fragte ich mich und stand auf. Es hatte vier Blätter! Wie oft habe ich nach einem Glückskleebatt gesucht, weil ich es verschenken wollte. Nie hatte ich eines gefunden. Aber jetzt, einfach so. Ist das eine kleine Bestätigung des Universums?
 
Glücksklee

Hitze macht faul

Mich jedenfalls. Hitze trocknet Hirn. Hitze lähmt. Nach ein paar heißen Tagen freue ich mich immer über Abkühlung. Und ich freue mich jetzt schon auf den Herbst und auch auf den Winter – schlagt mich bitte nicht.
Darum könnte ich eher in den nordischen Ländern als im Süden leben. Immer Sonne, Sand und Meer würden mich begriffsstutzig machen.

Langsam erhole ich mich von den Ereignissen und Entscheidungen der letzten Wochen. Meine laufenden und angedachten Projekte kommen langsam wieder in die Gänge, Liegengebliebenes wird aufgearbeitet. Alle, die noch auf Mail von mir warten können hoffen, sie bald zu bekommen. *schäm*

Entscheidendes Bauchgefühl

Einmal getroffene Entscheidungen kann man nicht immer rückgängig machen. Aber ich kann neue fällen wenn ich merke, dass ich mit meiner Entscheidung nicht glücklich bin und auch niemals werde.
Ich hätte auf mein Bauchgefühl hören sollen und nicht auf meinen vermeintlichen Verstand.

Warum seht ihr mich nicht?

Vorgestern Vormittag schnaufte ich vom Parkplatz die Straße ins Städtchen hinauf. Meine neue Brille saß total schief im Gesicht und musste korrigiert werden. Wieder ein Weg umsonst, weil jemand nicht ordentlich gearbeitet hatte.
Ich war auf der Höhe eines Parkplatzes der rechts von mir lag. Hinter mir fuhr ein Auto den Berg herauf und wurde langsamer. Ich nahm intuitiv Schwung aus meinen Schritten. Und im gleichen Moment fuhr das Auto um Haaresbreite vor mir vorbei auf den Parkplatz. Ich stand da fassungslos und schimpfend. Die Frau hätte mich fast über den Haufen gefahren! Warum habe ich nicht meinen Schirm genommen und ihn gegen das Auto geschlagen, damit die Dame darin sich wenigstens gehörig erschrickt?
Sie hat mich nicht gesehen. Einfach nicht gesehen. Obwohl ich eine rote Jacke trug und einen roten Regenschirm. Auffälliger geht es doch bald nicht mehr. Was muss ich denn tun, um gesehen zu werden? Mich kann man nicht so einfach ersetzen wie mein Auto!

Ohne Netz und doppelten Boden

Ich bewundere Menschen, die ohne Geld leben und sich selbst versorgen. Sei es, dass sie weggeworfene Lebensmittel sammeln, oder ihre Kleidung aus Schafwolle herstellen und den Träger selbiger irgendwann schlachten und essen.
Genau so bewundere ich Menschen, die sich fast ohne Geld und nur mit Handgepäck aufmachen in ferne Länder und darauf vertrauen, dass sie sich unterwegs finanzieren und ernähren können.

Mein Sicherheitsbedürfnis ist für solche Dinge viel zu groß. Mich bringen schon Kleinigkeiten, jedenfalls die Dinge die für andere Kleinigkeiten sind, aus dem Konzept. Ich fühle mich dann bedroht, in meiner Existenz erschüttert. Doof, oder? Das würde ich gerne abstellen können. Doch das gelingt mir nicht, wenn meine Gedanken immer wieder um diese Geschichte kreisen und sich Horrorszenarien vor meinem geistigen Auge ausbreiten. Meine Güte, ich habe Sorgen, die andere sich wünschen würden.

Vielleicht liegt mein heutiges Gedankenkarussell auch nur am Wetter (man schaue nach links auf das Wetterwidget). Ob ich mir einmal anderes Wetter besorge? So um die zwanzig Grad und Sonnenschein? Auf dem Blog wäre das immerhin möglich.

Endlich

Nach drei Wochen Leihwagen kann ich endlich wieder „mein“ Auto fahren. Noch ist es das nicht. Ein wenig fremd ist es mir, es sieht etwas anders aus, obwohl es die gleiche Farbe hat, es hört sich anders an, es riecht anders, es hat ein paar Kratzer, und die Sitze sind knallhart. Aber es ist meines. Ein gebrauchtes altes Auto. Mein Auto war nicht alt und nur von mir gebraucht. Aber was erwarte ich? Ich bin froh, nicht mehr Leihwagen fahren zu müssen. Und ich hoffe, dass mir dieses Auto genauso treu sein wird wie mein altes, dessen Schrott ein Litauer gekauft hat. Wer weiß was er damit macht. Vielleicht fahren demnächst Teile von meinem Auto in vielen anderen Autos herum. So ist es denn nicht ganz tot und das finde ich sehr tröstlich. Hach, was bin ich heute wieder sentimental.

Wo ist Überall?

Überall in Bayern ist schönes Wetter, hieß es vorhin im Radio, kurz vor den Staumeldungen. Wo bitte ist überall? Hier bei mir jedenfalls nicht. Mir ist das Wetter allüber. Sonnenschein und Wolkenbruch wechseln sich ab.
Ich habe für heute keine Lust mehr, die Gartenmöbel abzutrocknen. Ich heize meinen Ofen ein und koche mir einen heißen Tee. Dann kann mich das Wetter mal am A…bend besuchen.

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