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Artikel-Schlagworte: „Entscheidungen“
So bald schon
Seit neun Jahren, seit ich sie kenne, will sie schon wegziehen, kaum dass sie hergezogen ist. Meine Freundin. Mein preußische Freundin. Die einzige Person, mit der ich hier hochdeutsch reden kann. Eine andere Freundin ist schon vor ein paar Jahren weggezogen.
Es ist ihr hier zu bergig, zu kalt, dann wieder zu warm, dann zu … Nein, es hat ihr hier nicht gefallen. Wie oft sprach sie davon, wegzuziehen, irgendwohin in Deutschland.
Und dann kam am Nachmittag dieser Anruf: „Im Mai sind wir weg.“
Wie weg? So schnell, so plötzlich, aus heiterem Himmel? In Bad Pyrmont, keine Ahnung wo das liegt, da lebt ihre Cousine und ab Mai auch sie mit ihrem Mann. Sie haben sogar schon eine Küche gekauft. Ich fasse es nicht. Ich glaube es kaum. Ihr Mann ist ein Bayer – der zieht nicht einfach in preußisches Gebiet!
Aber es ist wahr. Im Moment ist sie im Rheinland bei ihrer Tochter. Wenn sie zurückkommt, wird gepackt, das Haus hier wird verkauft. In ein paar Wochen ist sie weg.
Gut, dass es Telefon gibt. Hoffentlich hat sie dort auch gescheites Internet. Aber traurig bin ich. Sehr, sehr traurig … Da ist er wieder, der rote Faden, der sich durch mein Leben zieht …
Und wenn es mein letzter Tag wäre?
Es ist noch soviel Monat übrig wenn das Geld schon längst ausgegeben ist, das man zur Verfügung hat. Ich habe den Eindruck, dass es von Jahr zu Jahr schlimmer wird. Wenn ich einkaufen gehe, stehe ich vor den Regalen und rechne die Preise von Euro in DM um. Soll man nicht, ich mache es trotzdem, sonst käme ich gar nicht mehr mit meinem Geld aus. Welch ein Schock, was das alles kostet – obwohl sich angeblich bei der Umstellung auf den Euro an der Preisgestaltung nichts geändert haben soll.
Dass Kleinpackungen teurer sind als Großpackungen weiß wohl jeder. Aber dass Großpackungen nicht immer preiswerter sind im Verhältnis zu kleinen Packungen, das weiß nicht jeder. Manchmal muss ich mehrmals nachrechnen – Himmel ist mein Kopfrechnen schlecht geworden, seit es Taschenrechner gibt – um das zu glauben.
Von klein auf war ich ein sparsamer Mensch. Ich kann wirklich behaupten gelernt zu haben, mit Geld umzugehen. Ich werde auch bis an mein Ende ein sparsamer Mensch bleiben.
Doch manchmal schlage auch ich über die Stränge. Dann stelle ich mir die Frage: Brauche ich das wirklich, was ich gerne haben möchte? Nein, meist brauche ich es nicht. Manchmal verzichte ich, manchmal brauche ich das Teil für mein Seelenheil. Immer öfter stelle ich mir die Frage: Und was ist, wenn ich morgen tot umfalle? Dann habe ich etwas verpasst. Dann habe ich die Kamera, den PC, das teure Buch, eine neue Software, ein Schreibkurs und all die schönen Dinge nicht gehabt, an denen und mit denen ich mich erfreuen kann, mit denen ich lernen und wachsen kann, die mein Leben bereichern und lebenswert machen.
Klar, ich kann auch ohne diese Dinge leben. Mir würde auch dann sicher nicht langweilig werden. Aber in meinem Leben würde etwas fehlen, das ich nicht mehr missen möchte.
Die Freiheit nehme ich mir
Nicht gestört werden, nicht ans Telefon und nicht an die Haustüre gehen wenn es klingelt, auch nicht nach jeder neu ankommenden E-Mail schauen, wenn ich an einem Projekt am PC arbeite – diese Freiheit nehme ich mir einfach.
Wer mich kennt, versteht das, bzw. verhält sich auch so. Frau muss nicht immer erreichbar sein. Darum habe ich auch nur ein Handy, mit dem ICH anrufe, wenn ich in Not gerate und Hilfe brauche. Ich bin dort nicht zu erreichen. In ganz dringenden Fällen kann man mir eine E-Mail schreiben. Wenn ich nicht gerade gestört werden will, lese ich die eher, als dass ich ans Telefon gehe.
Kompliziert?
Man kann es sich selbst sehr schwer machen. Leider neige ich zu dieser Unart. Die Denkmaschine in meinem Kopf leistet eine Arbeit, die oft gar nicht nötig ist. Was habe ich nicht alles gelesen und überdacht zu einer Thematik?
Ich denke zu kompliziert, wahrscheinlich bin ich auch kompliziert. Wann schaffe ich es, weniger zu denken und stattdessen einfach nur zu „machen“?
Meine kleine Werkstatt
In der letzten Zeit habe ich mich etwas rar gemacht. Das hatte seinen guten Grund. Eine Menge Zeit musste ich verplempern für einen immer noch defekten Akku-Trimmer, dessen Ersatz auch nicht besser funktionierte, und ein plötzlich abgeklemmtes Telefon, zuzüglich Ausfall des Internets. ![]()
Einen lange gehegten Traum konnte ich mir endlich erfüllen: Ich habe mir eine kleine Werkstatt eingerichtet. Während ich das tat, sprudelten die Ideen massenhaft auf mich ein. Somit habe ich gleich einmal meine Holz & Farben-Homepage neu gemacht, weil mir die alte schon lange nicht mehr gefiel. Da ich schon einmal dabei war, habe ich gleich dazu ein Blog erstellt. Wenn schon, denn schon.
Wer gucken möchte:
Das erste Mal am Kaffeetisch
Lange habe ich nach einem Geschirr gesucht, dass zu meiner Tischdecke passt. Nein, das ist natürlich nicht wahr. Vor einiger Zeit kaufte ich eine Tischdecke, weil sie mir so gut gefiel, aber keines meiner Geschirre passte zu ihr. So lag sie lange Zeit im Schrank.
Heute suchte ich zu meinem neuen Geschirr eine Tischdecke. Die, die ich im Kopf hatte, passte so gar nicht. Dann griff ich zu der orangefarbenen und dachte: Probier es mal.
Doch es geht hier gar nicht um die Tischdecke sondern um mein neues Kaffeeservice. Angeregt durch diverse Blogbeiträge besuchte ich auch die Seite EndlichZuhause. Dort sollte man kostenlos ein Geschirr bekommen. Was wird das schon sein? Geschenkt gibt es nichts, da wird ein gewaltiger Haken dran sein. Was muss man dafür tun?
Eines von drei Geschirren durfte man sich aussuchen und behalten, wenn man einen Beitrag in seinem Blog darüber schreibt. Aha.
Die genauen Bedingungen wollte ich mir später ansehen. Zuerst einmal sah ich mir alle Produkte dieser Firma an. Uiuiuiui, dort fand ich eine Menge Sachen, die mir gefielen. Es gibt z.B. eine Tassenserie mit Tiermotiven, von denen ich schon zwei habe. Ich wusste gar nicht, dass sie zu einem Kindergeschirr gehören. Das macht aber nichts – das Kind in mir freut sich, dass es noch mehr Geschirr zu dieser Serie gibt.
Nachdem ich mir die AGB’s – wie es sich gehört – durchgelesen habe und für mich akzeptabel befand, bewarb ich mich bei der Firma zum Testen des Geschirrs. Ich entschied mich für Carina.

Heute brachte der Postbote das Paket und knallte es unsanft auf meine Bank vorm Haus.
Ich war so erschrocken, dass ich ihn nicht mehr darauf hinweisen konnte, dass der Inhalt zerbrechlich ist, so wie es auf dem Karton stand. Schnell nahm ich das Paket und packte den Inhalt aus. Eine tolle Luftpolsterfolie verbarg den Geschirrkarton vor meinen Augen. Die spendierte ich meinen Katzenkindern, die nun wieder ein feines Spielzeug hatten, das sie sofort freudig in Beschlag nahmen.
Derweil packte ich mein Porzellan aus und begutachtete es. Alles war heil geblieben, trotz der unsanften Behandlung des Zustellers. Die Farben sahen genauso aus wie auf dem Foto und ich freute mich über die zarten Blumen, die mich an meine Bauernmalerei erinnern. Das Service wollte ich fürs Kaffeetrinken im Garten benutzen. Ich wusch es ab und räumte in meinen Schränken hin und her, um einen geeigneten Platz zu finden. Später am Nachmittag wollte ich es dann einweihen.

Da kam dann auch meine Tischdecke ins Spiel. Und auf ihr fand ich das Grün der Blätter und das Orange der Blüten wieder. Das sah sehr schön aus. Ich genoss dieses erste Mal mit Carina sehr und denke, dass das Service mich im Winter, wenn das Feuer im Holzofen brennt, genauso erfreuen wird wie heute im Garten.
Mir fehlt der Mut
Je älter ich werde, desto unmutiger werde ich. Oder liegt es daran, dass niemand mein Händchen hält? Vielleicht auch das. Ich möchte, könnte, würde, sollte, müsste …
Für die eine oder andere Idee hätte ich vielleicht den Mut. Trotzdem kann ich manches einfach nicht allein realisieren, wie sehr ich auch möchte. Meine Leser erinnern sich bitte mal an meine Schrank-verrück-Aktion.
Auch würde ich für manch eine Aktion mehr Geld brauchen. Es wäre leichter, denn dann könnte ich für Dinge, die ich nicht allein machen kann, jemanden bezahlen. Freiwillige gibt es heutzutage eher selten. Kann ich auch verstehen.
Ach, im Moment bin ich ein wenig unzufrieden mit mir und meinem Leben und habe etwas die Orientierung verloren. ![]()
Geschützt: Und alles wegen ein paar Fliegen
Im Wartezustand
Morgen. Endlich. Morgen gibt es – hoffentlich – schnelles Internet für mich. Es gibt keine Ausreden mehr von wegen schlechtes Wetter, zuviel Schnee oder sonst was. Das Wetter soll morgen schön sein und somit steht einer eventuellen Dachbegehung nichts im Wege. Aber so wie ich das sehe, braucht es das nicht einmal.
Das Warten fühlt sich heute an, als wäre es schon morgen. Nichts bringe ich auf die Reihe. Es stehen so viel Dinge auf meiner Tu-es-doch-Liste, aber ich habe keine Lust etwas zu tun. Wäre es doch schon morgen!
Noch einmal schlafen. Morgen werde ich dann alle die Dinge tun, zu denen ich heute nicht motiviert bin. Dann geht die Zeit schneller um.
Meine Daten sind gesichert. Ich will ja nicht hoffen, dass etwas schief läuft, aber falls doch, meine Daten habe ich. Und eine alte Notfall-CD besitze ich auch. Eine neuere konnte ich leider nicht machen, weil mein Brenner spinnt. Das auch noch. Aber das macht mich jetzt nicht Bange. Dafür habe ich auch keine Zeit – ich muss auf morgen warten.
Alles wird gut
Wenn man nur lange genug wartet wird wirklich alles gut. In meinem Fall waren es drei Jahre. DSL – Dauert Sehr Lange. Aber noch bin ich skeptisch – nach meinen bisherigen Erfahrungen. Ich glaube nur was ich wirklich sehe.
Gestern bekam ich einen Anruf von dem Funkdingsda-Chef persönlich. Er fragte und ich erzählte ihm, warum ich seinerzeit meine 2. Bestellung storniert hätte. Das könnte er auch durchaus verstehen, dass ich unbedingt etwas machen musste, um nicht ganz vom Internet abgeklemmt zu sein. Aber da der Stick nun auch nicht das Gelbe vom Ei ist und ich unbedingt auch einen Telefonschluss brauche, versuchte ich eben noch einmal mein Glück. Mittlerweile gibt es zwei Funkstationen, zu denen ich Sichtkontakt habe.
Nächste Woche kann er mir meinen Anschluss installieren. Nächste Woche schon? Das kommt jetzt ein bisschen plötzlich, aber ich freue mich. Nur: Ich wollte den Anschluss erst zum 15.08. damit ich nicht zu lange doppelt bezahle – besser gesagt dreifach, denn den Stick muss ich auch noch viele Monate bezahlen, aber das hake ich jetzt unter Fehlinvestition und Erfahrung ab. Aber nein, ganz so ist es nicht. Er hat mir gute Dienste geleistet, aber jetzt will er nicht mehr und schmeißt mich laufend aus dem Netz oder lässt mich gar nicht erst rein. Nicht nett von ihm.
Das wäre aber gar kein Problem, meint der nette Funkdingsda-Chef. Er macht mir nächste Woche den Anschluss und berechnet erst ab 01.09. Na, das ist mal ein Wort. Ich freue mich noch mehr.
Nach dem Gespräch bin ich erst einmal vor Freude durch meine Hütte gesprungen und habe verhalten „gebrüllt“. Ich hatte die Fenster offen und wollte nicht, dass das halbe Dorf zusammenläuft um zu sehen, was mir gruseliges passiert ist. Halb Deutschland müsste von meinem Urschrei-Light trotzdem gebebt haben.
Aber skeptisch bin und bleibe ich immer noch.
- Sabine bei Das ist gemein
- Vera bei Das ist gemein
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- Heidi bei Herzenssache
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