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Archiv für die Kategorie „Frust“
Offenes Feedback
Nachdem ich mich vor mehr als zwei Wochen mit einem dick gefüllten Einschreiben bei dem Geschäftsführer von Funkdingsda beschwert habe, kommt heute eine E-Mail vom Technischen Support:
… Für Ihr Schreiben und Ihr offenes Feedback möchten wir uns bedanken …
So nennt man heutzutage eine Beschwerde: Offenes Feedback.
Dazu fällt mir nichts mehr ein und durch den lapidaren weiteren Inhalt des Schreibens fühle ich mich regelrecht an die Wand geprügelt.
Im kommunikativen Outback
Wie gut dass ich den Stick noch habe und wenigstens im Minischneckentempo durchs Internet huschen kann. Es reicht zum Mails schreiben und abrufen – wenn sie nicht zu groß sind. Und wenn ich nicht ständig aus der Leitung fliegen würde, könnte ich auch den Beitrag zu Ende schreiben.
Was ist passiert? Meine Fritz!Box ist kaputt! Kein Telefon, kein Internet.
Ich werde heute ca. kurz nach zwei wach, weil Ninja unruhig ist. Ich gucke – oh Radiowecker aus, kein Strom. Ich krame nach dem Feuerzeug und Teelicht in meiner Schublade und tapse dann nach unten. Komisch, nur die Sicherung vom Licht 1. Etage ist raus. Normalerweise geht die Hauptsicherung raus. Ich lasse Ninja raus und sehe im Westen und im Osten Blitze. Ganz leicht hat es nur gegrummelt. Na, denke ich mir, schaltest du mal besser die Internetanlage aus, bevor das Gewitter kommt. Nachts wird dich wohl niemand anrufen. Tja, sie war schon aus bzw. nur die Fritz!Box war tot. SCHEIßE!
Gewitter war aber nicht wirklich. Es hat zwar überall geblitzt, aber nicht gedonnert, sonst wäre ich eher wach geworden und hätte die Anlage abgeschaltet. Es hat nur etwas geregnet.
Also habe ich den Stick rausgekramt, installiert und eine Mail an die Firma geschrieben. Und siehe da: Keine zwei Stunden später bekomme ich einen Anruf aufs Handy, das ausnahmsweise mal im Büro Empfang hat. Eingefleischte Leser kennen das Problem mit dem Empfang bei mir im Haus.
Ich bekomme eine neue Box zugeschickt und kann die alte kostenfrei zurückschicken. Na prima.
Jetzt hoffe ich, dass die Box morgen mit der Post kommt und mich niemand anruft. Der Stick taugt nämlich auch nicht und ich fliege dauernd raus. Von der Schnelligkeit reden wir besser nicht …
Wieso eigentlich immer ich?
Es donnert. Ich schleiche mich wieder und mache meinen PC aus. Tschüss Welt, bis irgendwann! ![]()
Es macht was es will
Dieses blöde Grafikprogramm macht einfach nicht, was ich will. Ich möchte nur einen Text verschieben: Ebene auswählen, Verschiebewerkzeug oder wie das Ding heißt auswählen, klicken und ziehen zum verschieben. Steht auch unten drunter. Klappt bei den Bildern, nur beim Text nicht. Ich klicke und schiebe, klicke und zerre, klicke und grummele, klicke und sage böse Worte, klicke und haue mit der Faust auf den Tisch … Ich beende das Programm und beginne von vorne. Hat sich ein Bit quergestellt, oder was?
Das Spiel beginnt erneut. Nach Stunden bin ich endlich fertig, im wahrsten Sinne des Wortes. Ich bin leicht genervt.
Jetzt das Ergebnis auf eine Postkarte drucken. Mein Drucker mault. Falsches Papier, falsches Fach, falscher Anwender. Nein, nein und noch einmal nein! Ich bin der richtige Anwender und du tust jetzt endlich was ich will!
Nach weiteren gefühlten Stunden habe ich endlich die Bedienungsanleitung auf dem PC gefunden. Ahja, so geht das. So wollte ich das ja auch eigentlich machen.
Der Drucker druckt. Na endlich. Ich nehme die Postkarte aus dem Fach und falle fast in Ohnmacht. Och nö aber auch. Die Farbpatrone hat nicht genügend Farbe. Jetzt werde ich aggressiv und schüttele die ausgebaute Farbpatrone durch die Luft und versuche es noch einmal. Ich muss sagen: Die Farbkombinationen gefallen mir. Aber ich kann sie momentan nicht gebrauchen.
Ab zum nächsten Druckpatronenverkaufsgeschäft. Mit voller Munition starte ich meinen Druck erneut. Endlich druckt der Drucker eine farbige Karte. Ich könnte zufrieden sein.
Bin ich aber nicht. Das Grün ist mir zu grün. Und wenn ich den Stress, das Papier, die Tinte und die Zeit zusammenrechne, dann kommt mich ein Druck in der Druckerei billiger. Gedacht, getan.
Erkenntnis des Tages: Manchmal macht Selbermachen einfach keinen Sinn.

Warum seht ihr mich nicht?
Vorgestern Vormittag schnaufte ich vom Parkplatz die Straße ins Städtchen hinauf. Meine neue Brille saß total schief im Gesicht und musste korrigiert werden. Wieder ein Weg umsonst, weil jemand nicht ordentlich gearbeitet hatte.
Ich war auf der Höhe eines Parkplatzes der rechts von mir lag. Hinter mir fuhr ein Auto den Berg herauf und wurde langsamer. Ich nahm intuitiv Schwung aus meinen Schritten. Und im gleichen Moment fuhr das Auto um Haaresbreite vor mir vorbei auf den Parkplatz. Ich stand da fassungslos und schimpfend. Die Frau hätte mich fast über den Haufen gefahren! Warum habe ich nicht meinen Schirm genommen und ihn gegen das Auto geschlagen, damit die Dame darin sich wenigstens gehörig erschrickt?
Sie hat mich nicht gesehen. Einfach nicht gesehen. Obwohl ich eine rote Jacke trug und einen roten Regenschirm. Auffälliger geht es doch bald nicht mehr. Was muss ich denn tun, um gesehen zu werden? Mich kann man nicht so einfach ersetzen wie mein Auto!
Ohne Netz und doppelten Boden
Ich bewundere Menschen, die ohne Geld leben und sich selbst versorgen. Sei es, dass sie weggeworfene Lebensmittel sammeln, oder ihre Kleidung aus Schafwolle herstellen und den Träger selbiger irgendwann schlachten und essen.
Genau so bewundere ich Menschen, die sich fast ohne Geld und nur mit Handgepäck aufmachen in ferne Länder und darauf vertrauen, dass sie sich unterwegs finanzieren und ernähren können.
Mein Sicherheitsbedürfnis ist für solche Dinge viel zu groß. Mich bringen schon Kleinigkeiten, jedenfalls die Dinge die für andere Kleinigkeiten sind, aus dem Konzept. Ich fühle mich dann bedroht, in meiner Existenz erschüttert. Doof, oder? Das würde ich gerne abstellen können. Doch das gelingt mir nicht, wenn meine Gedanken immer wieder um diese Geschichte kreisen und sich Horrorszenarien vor meinem geistigen Auge ausbreiten. Meine Güte, ich habe Sorgen, die andere sich wünschen würden.
Vielleicht liegt mein heutiges Gedankenkarussell auch nur am Wetter (man schaue nach links auf das Wetterwidget). Ob ich mir einmal anderes Wetter besorge? So um die zwanzig Grad und Sonnenschein? Auf dem Blog wäre das immerhin möglich.
Nee, ne!?
Endlich, endlich ist schönes Wetter. Ich werde zwar fast vom stürmischen Wind von meiner Liege geweht, aber die Sonne scheint warm vom weißblauen Himmel. Ich ändere ständig den Platz für die Liege. Im Schatten ist es zu kalt. In der Sonne und dem Wind ist es auch zu frisch. Hinter meiner Werkstatt ist es windstill und eine Weile halte ich es dort aus. Dann wird mir natürlich zu warm. So geht das Spiel eine ganze Weile. Liege hin, Liege her.
Was ich gestern noch einigermaßen ertragen konnte nervt mich heute total. Einer der Bauern fing gestern an seine Wiesen zu mähen. Irgendwo hämmerte jemand, woanders dröhnte ein Rasenmäher. Ich fasse es nicht.
Heute geht es weiter mit Mähen – direkt gegenüber von meinem Haus. Ich verziehe mich in die hinterste Ecke meines Gartens. Dort, meine ich, würde der Lärm nicht vordringen. Pustekuchen. Lärm kann man nicht entfliehen. Außer: Man macht selbst welchen. ![]()
Also gehe ich in meine Werkstatt, rolle mein langes Stromkabel aus und säge. Dann schleife ich ein paar Holzstücke für meinen Schmuck. Das hat nicht viel Lärm gemacht. Und was höre ich? Der Nachbar mäht seinen Rasen! Ist in Bayern kein Feiertag?
So! Mit mir nicht! Ich rufe meine Vermieter an und frage ob ich den Rasenmäher haben kann. Was die Bayern können, können die Preußen schon lange – wenn es sein muss. Mit Hingabe mähe ich meinen Rasen. Ein bisschen habe ich ein schlechtes Gewissen. Doch wozu? Wenn alle Lärm machen, kann ich das auch. So!
Wo ist Überall?
Überall in Bayern ist schönes Wetter, hieß es vorhin im Radio, kurz vor den Staumeldungen. Wo bitte ist überall? Hier bei mir jedenfalls nicht. Mir ist das Wetter allüber. Sonnenschein und Wolkenbruch wechseln sich ab.
Ich habe für heute keine Lust mehr, die Gartenmöbel abzutrocknen. Ich heize meinen Ofen ein und koche mir einen heißen Tee. Dann kann mich das Wetter mal am A…bend besuchen.
Falsche Entscheidung
Die Sonne schien, es versprach ein herrlicher Tag zu werden. Bleibe ich zuhause im Garten oder fahre ich in den Vogelpark zum Fotografieren?
Es zog mich gestern in den Vogelpark. So packte ich meine Siebensachen, erklärte meinem Hund warum er nicht mitfahren durfte und fuhr los. Bis hinter Passau. Dort bog der kleine LKW, der vor mir fuhr, auf die Autobahnzufahrt nach Linz ab. Hinter mir fuhren Autos, mir entgegen kamen Autos, von der Autobahn wahrscheinlich auch. Ich fuhr schließlich auf der vielbefahrenen, berüchtigten B12, auf der es ständig Unfälle gibt.
Dann ging alles ganz schnell. Ein entgegenkommendes Fahrzeug wollte auch auf die Autobahn Richtung Linz. Auf der Höhe der Einfahrt fuhr aber ich und der Fahrer hat mich nicht gesehen. Einfach nicht gesehen, und krachte in mein Auto.
Eine Möglichkeit zu reagieren gab es für mich nicht. Ich machte die Augen zu und dachte, das ist das Ende, und wie gut, dass ich Ninja nicht dabei hatte.
Mein Auto ist wahrscheinlich Totalschaden. Große Hoffnung wurde mir nicht gemacht. Ich weiß, es ist nur Blech und mir ist nicht viel passiert außer einer Prellung und Kopf- und Nackenschmerzen. Aber es ist mein Hab und Gut, dass zu Schrott gefahren wurde und ein tiefer Eingriff in meine finanzielle Lebensplanung und Sicherheit. Das tut mir mehr weh als mein Körper.
Aber Hauptsache: Mir geht es gut und Ninja freute sich riesig, als ich wieder nach Hause kam.
So bald schon
Seit neun Jahren, seit ich sie kenne, will sie schon wegziehen, kaum dass sie hergezogen ist. Meine Freundin. Mein preußische Freundin. Die einzige Person, mit der ich hier hochdeutsch reden kann. Eine andere Freundin ist schon vor ein paar Jahren weggezogen.
Es ist ihr hier zu bergig, zu kalt, dann wieder zu warm, dann zu … Nein, es hat ihr hier nicht gefallen. Wie oft sprach sie davon, wegzuziehen, irgendwohin in Deutschland.
Und dann kam am Nachmittag dieser Anruf: „Im Mai sind wir weg.“
Wie weg? So schnell, so plötzlich, aus heiterem Himmel? In Bad Pyrmont, keine Ahnung wo das liegt, da lebt ihre Cousine und ab Mai auch sie mit ihrem Mann. Sie haben sogar schon eine Küche gekauft. Ich fasse es nicht. Ich glaube es kaum. Ihr Mann ist ein Bayer – der zieht nicht einfach in preußisches Gebiet!
Aber es ist wahr. Im Moment ist sie im Rheinland bei ihrer Tochter. Wenn sie zurückkommt, wird gepackt, das Haus hier wird verkauft. In ein paar Wochen ist sie weg.
Gut, dass es Telefon gibt. Hoffentlich hat sie dort auch gescheites Internet. Aber traurig bin ich. Sehr, sehr traurig … Da ist er wieder, der rote Faden, der sich durch mein Leben zieht …
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