Alltag mal anders

Gedanken, Fotos, Alltägliches

Verfolgt von Caruso

Ein gemütlicher Spaziergang in der Sonne sollte es werden, auf der Suche nach Frühlingsmotiven. In einem eingezäunten Garten tollt ein kleiner wuscheliger, pudelähnlicher Hund mit seinem Herrchen. Natürlich bleiben Ninja und ich stehen. „Wissen Sie, wem der Hund gehört?“, fragt mich der junge Mann. Erstaunt entgegne ich: „Ich denke, er gehört Ihnen?“ „Nein, der Hund war plötzlich hier im Garten. Er folgt aufs Wort, trägt aber kein Halsband.“
Ich hatte den Hund auch noch nie gesehen und denke, er geht vielleicht einfach nur spazieren, wie es viele Hunde ohne Herrchen oder Frauchen machen. Oder er ist ausgebüchst um seine Frühlingsgefühle auszuleben.
Es kommt wie es kommen muss: Er geht mit uns. Auf der Wiese in  der Nähe des Kinderspielplatzes entledigt er sich eines größeren Problems. „Meine“ Hundehaufen nehme ich natürlich mit, aber fremde mag ich nicht spazieren tragen. Ninja und ich gehen an den Kleingärten vorbei. Normalerweise darf Ninja dort ohne Leine laufen. Aber daran ist heute nicht zu denken. Der wuschelige Rüde bespringt sie dauernd und Ninja weiß gar nicht wohin mit sich. Oje, die Ärmste. Ich scheuche den anderen Hund weg und sage ihm, er soll nach Hause gehen. Er scheint zu verstehen, weiß aber nicht genau, in welche Richtung er laufen soll.
Der Spaziergang macht so keinen Spaß. Ich gehe zurück. An der Kirche treffe ich auf einen Mann von einem Bestattungsinstitut. Er erzählt mir, dass der Hund schon in der Kirche war und er mit ihm auf dem Arm über den Friedhof gelaufen ist, aber dass er niemanden gefunden hat, der den Hund vermisst. Auf meinem Weg frage ich noch zwei Mädchen. Doch keines von ihnen kennt den Hund. So beschließe ich, eine Runde um den Friedhof zu gehen und auf der anderen Seite irgendwo zu klingeln und nachzufragen. Was mache ich, wenn ich den Besitzer nicht finde?
Da kommt mir eine Frau mit Leine entgegen. Wo ist ihr Hund? Es folgt ihr keiner. Und schon sieht sie unsere kleine Truppe und erkennt ihren Hund. ‚Caruso‘ ruft sie ihn. Eigentlich möchte er lieber bei uns bleiben. Aber Frauchen nimmt ihn an die Leine. Sie wohnt erst eine Woche in der Gegend, deshalb kennt auch niemand den Hund, und der kleine Racker hat gleich eine Lücke im Zaun gefunden.
Tja, ich habe leider keine Frühlingsmotive gefunden und es auch noch versäumt, ein Foto von Caruso und Ninja zu machen.

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